. . .

Ziele und Standpunkte

Dem Verein und seinen Mitgliedern und besonders den Mitarbeitern des Werkhofs ist es ein wesentliches Anliegen, einen LebensOrt für Menschen mit und ohne Behinderung zu entwickeln, der dem Grundsatz „Autonomie durch soziale Integration" Rechnung trägt.

Wir wollen diesen LebensOrt verstanden wissen als ein unterschiedlich ausgeprägtes Gemeinwesen, das eine umfassende gesellschaftliche Einbindung und vollständige Entfaltung der Persönlichkeiten aller ihrer Mitglieder in einem wechselseitigen Lernprozess ermöglicht.
Der LebensOrt als frei gewählte Gemeinschaft und als Beziehungsgeflecht in der Gesellschaft unterstützt den Seelenpflege-bedürftigen Menschen in seinem Bemühen um größtmögliche Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Selbstlenkung und bietet ständig Entwicklungsmöglichkeiten sowie Teilhabe ohne einen inneren Druck nach Anpassung.
Im Spannungsfeld unserer modernen, technisierten Gesellschaft, zwischen Autonomie auf der einen und Vereinzelung und Anonymisierung auf der anderen Seite, wächst die Bedeutung der Gemeinschaft als Grundlage für eine motivierende und gesunde Entfaltung der Persönlichkeit.

Wenn wir darüber nachdenken, was eigentlich „normal" ist und uns fragen, was unser Leben schön und uns selber glücklich macht, so ist es in unserer heutigen Gesellschaft vor allem der Mensch mit Behinderung, der mit unleugbarer Deutlichkeit auf die letzten und wesentlichen Grundwerte unseres Lebens und Daseins hinzuweisen vermag und uns zur Besinnung ruft. Mit ihrem Anders-Sein fordern sie uns auf, die eigentlichen Zeichen der Zeit zu erkennen und schaffen Korrektiv in einer mehr und mehr sinnentleerten und leistungsorientierten Gesellschaft.

Das Anderssein der Anderen
als Bereicherung des eigenen Seins zu begreifen;
Sich verstehen,
sich verständigen,
miteinander vertraut werden,
darin liegt die Zukunft der Menschheit.
Rolf Niermann